18.11.2016

Von: Andrea Hake

Landeshauptstadt Kiel als familienfreundliche Arbeitgeberin

Rede von Andrea Hake in der Ratsversammlung am 17. November 2016. Es gilt das gesprochene Wort!

 

Die Auswirkungen des demografischen Wandels - die wachsende Konkurrenz mit anderen Kommunen und der freien Wirtschaft - das sinkende Potential an Erwerbsarbeitenden

 

Die Landeshauptstadt Kiel befindet sich bereits mittendrin in dieser Entwicklung und den Auswirkungen auf die Ausstattung mit Fachpersonal.

In allen Kommunen wächst der Bedarf an pädagogischem Personal durch den Aufwuchs an Betreuungsstellen. Das ist auf der einen Seite natürlich zu begrüßen – auf der anderen Seite verstärkt es noch den Mangel an Personal.

Und was nützt ein gut gemeinter Betreuungsschlüssel in Krippe und Kita, wenn er aufgrund von fehlendem Personal nicht umgesetzt werden kann.

Was nützt die beste Schulentwicklungsplanung und das daraus resultierende Schulbauprogramm, wenn es aufgrund fehlenden Personals in der Immobilienwirtschaft doch immer wieder Verschiebungen gibt.

Und – um ein weiteres der vielen aktuellen Themen zu nennen - auch die Umsetzung der Potentiale aus dem Wohnbauflächenatlas muss mit ausreichenden Kapazitäten in den entsprechenden Ämtern hinterlegt sein.

Die zukünftige Leistungsfähigkeit der Stadt Kiel hängt also entscheidend davon ab, in einem immer schärfer werdenden Wettbewerb um qualifizierte Kräfte konkurrenzfähig zu sein und zu bleiben.

In vielen Wirtschaftsunternehmen wird es uns bereits vorgemacht: Attraktiv als Arbeitgeber ist derjenige, dem es gelingt die familiären und lebensphasenabhängigen Bedürfnisse der Beschäftigten mit ihrem Berufsalltag unter einen Hut zu bringen.

Und da geht es eben nicht mehr nur um die mittlerweile etablierten Möglichkeit in Elternzeit zu gehen,  halbtags zu arbeiten oder einen Heimarbeitsplatz zu bekommen.

Hier sind vielfältige Möglichkeiten, flexible Angebote und eine grundlegende Kultur der Familienfreundlichkeit zu entwickeln. Den Beschäftigten sollte signalisiert werden, dass es der Stadt wichtig ist, sie als aktives Personal zu erhalten, in dem sie mit entsprechenden Rahmenbedingungen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Männer und Frauen ermöglicht. Aus Arbeitgebersicht müssen die vorhandenen Potentiale noch viel besser als bisher genutzt werden. Zufriedene, motivierte und gesunde Mitarbeiter ohne längere berufliche Auszeiten tragen zu einer hohen Arbeitsproduktivität bei.

Übrigens reden wir hier nicht nur von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die als junge Eltern mehr Zeit mit der Familie verbringen möchten, sondern auch von denjenigen, die sich vielleicht um die Elterngeneration kümmern oder mehr Zeit für ein Ehrenamt haben möchten.

Viele der in unserem Antrag angerissenen Angebote gibt es bereits bei der Stadt Kiel, wir betreten hier in der Tat kein Neuland und ich will sie nicht alle aufzählen.

 

Wichtig ist uns mit diesem Antrag aber,

  • eine umfassende Zusammenstellung aller Angebote unter dieser Überschrift zu erarbeiten,
  • dabei einen Blick auf die unterschiedlichen Ämterstrukturen zu werfen
  • evtl. Bedarfe und Möglichkeiten der Optimierung aufzudecken.

·         Das Thema betrifft alle – Azubis und AbteilungsleiterInnen, ErzieherInnen und SchulsekretärInnen, MitarbeiterInnen im Bauhof, im Grünflächenamt und Bürgeramt,  die Dezernenten und den Personalrat.

Und schlussendlich müssen wir mit dem Gesamtpaket in die Offensive gehen.

Viele Wirtschaftsunternehmen nutzen das Thema Familienfreundlichkeit bereits als starkes Marketinginstrument.

Auch die Kieler Stadtverwaltung sollte sich mit dem Thema „Familienfreundlichkeit“ noch viel stärker als bisher profilieren und die Angebote in ein innovatives Personalmanagement integrieren – sowohl für das bereits vorhandene als auch für das noch zu gewinnende Personal.

Denn die Landeshauptstadt Kiel ist nicht nur eine familienfreundliche Stadt, sondern auch eine familienfreundliche Arbeitgeberin.

URL:http://gruene-kiel.de/ratsfraktion/reden/reden-single/article/landeshauptstadt_kiel_als_familienfreundliche_arbeitgeberin/