20.02.2020

Von: Bettina Aust

Langseehof muss als Haus für Künstler*innen erhalten bleiben

Meine Damen und Herren,

liebe Leute,

der Langseehof ein Gebäude, wunderschön in einem Kleingartengelände gelegen, unter Denkmalschutz stehend und seit 1981 an Künstler*innen vermietet.

Seit dem Künstler*innen dort leben und arbeiten, ist es aber auch immer ein Ort voller Unruhe.

Immer wieder machen Gerüchte über einen Verkauf die Runde. Fehlende, konkrete Informationen machen die Beurteilung der Sachlage nicht leichter – und das gilt bis heute!

Und deshalb kann mir kein Mensch erzählen, dass „ein Wohltäter“ mit viel Geld dieses Haus kaufen und restaurieren möchte, ohne anschließend daraus seinen finanziellen Mehrwert zu ziehen.

Für Menschen wie mich, die bereits seit vielen Jahren für Kunst und Kultur in Kiel unterwegs sind, war bei einer gemeinsamen Besichtigung sofort das Potenzial dieses Haus erkennbar.

Das alte Gemäuer hat Geschichte und wir müssen den Mut zum Wandel aufbringen, um voller Tatendrang das künstlerische Schaffen der unterschiedlichsten Persönlichkeiten, die dort befristet arbeiten und wohnen, zu ermöglichen.

Es muss ein Konzept erarbeitet werden, welches es schafft, hieraus ein offenes, zugängliches Haus für Künstler*innen zu entwickeln und es damit zu einem ganz besonderen kulturellen Platz werden zu lassen.

Denn eines steht fest: Zur Kultur gehören für uns untrennbar auch die Kulturschaffenden und damit ein Ort, wo sie arbeiten und zeitweise leben können.

Kultur wird vielleicht nicht die Welt retten. Aber die Innovationskraft, die sie ausstrahlt, und die Offenheit und Toleranz, die sie einfordert, sind wichtige Elemente einer freien und humanistischen Gesellschaft. Demokratie und Freiheit sind sensible Aggregatzustände. Sie müssen immer wieder neu erarbeitet und gepflegt werden.

Und deshalb müssen wir den Langseehof als Haus für Künstler*innen erhalten und stimmen dem Antrag zu.

Vielen Dank.

URL:http://gruene-kiel.de/ratsfraktion/reden/reden-single/article/langseehof_muss_als_haus_fuer_kuenstlerinnen_erhalten_bleiben/