Stadionausbau nur klimaneutral, ökologisch und sozial gerecht

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Kiel möge beschließen:
Wir bekennen uns dazu, dass die Stadt den Ausbau des Holstein-Stadions am
Standort Westring 501 unterstützt und eine städtische Stadiongesellschaft
gegründet wird. Für uns ist klar, dass ein Stadionausbau nur klimaneutral,
ökologisch und sozial gerecht sein darf.
Durch weitere öffentliche Gelder, die anders als ursprünglich geplant durch die
nun entstehende städtische Stadiongesellschaft in den kommenden Jahren und
Jahrzehnte von der Stadt Kiel in das Holstein-Stadion investiert werden,
benennen wir den klaren Anspruch, dass das Holstein-Stadion das erste
klimaneutrale Stadion in Deutschland werden muss. Beim Ausbau des HolsteinStadions müssen Kriterien der Nachhaltigkeit die zentrale Rolle spielen.
Das bedeutet für uns konkret:
Das Stadion wird zu 100% aus Erneuerbaren Energien betrieben.
Die Anreise zum Stadion muss klimaneutral möglich sein
der ÖPNV, Rad- und Fußverkehr haben absolute Priorität. Damit
verbunden sind eine nochmalige Erhöhung der Stellplätze für
Fahrräder und Lastenräder.
am Stadion selbst muss es eine Abstellstation für die SprottenFlotte
geben.
einen Parkhausbau am Stadion lehnen wir ab und wollen stattdessen
nur die Mindestanzahl an notwendigen Stellplätzen wie von der DFL
gefordert umsetzen.
die Quartiersentwicklung muss nach dem geplanten Bau des Parkhauses
beim Lubinus Clinicum, das den Holstein-Fans offen stehen soll, neu
untersucht werden, um eine autoarme bis autofreie Umgestaltung des
Quartiers zu ermöglichen.
das bestehende Parkhauskonzept für die umliegenden Parkhäuser wird
in Abstimmung mit der Nutzung des Holstein Stadions weiterentwickelt, auch im Hinblick auf Ladestationen für E-Mobilität.

– Es werden nur nachhaltige oder einfach recyclebare Baustoffe verwendet.
Baustoffe, die wie beispielsweise Holz CO2-Senken sind, werden präferiert.
– Dächer sowie Fassaden sind zu begrünen und soweit wie möglich mit
Photovoltaik zu belegen.
– Holstein Kiel und Stadt Kiel bekennen sich dazu, die durch den
Stadionausbau versiegelte Fläche über das vorgeschriebene Maß hinaus zu
entsiegeln.
– Holstein Kiel und die Stadt Kiel setzen sich bei der DFL dafür ein, dass
klimaneutral gebaute und betriebene Stadien sowie klimaneutrale Anreisen
zu Stadien mittelfristig zum Standard werden.

Gleichzeitig darf ein Holstein-Stadion, das von einer städtischen
Stadiongesellschaft betrieben wird, nicht nur der Nutzung des Fußballs, der von
Herren gespielt wird, offenstehen. Für uns bedeutet das konkret:

– Das Holstein-Stadion ist ebenso Austragungsort für die Spiele von Mädchenund Frauenmannschaften. Mädchen- und Frauenmannschaften dürfen ebenso auf
dem Vereinsgelände von Holstein Kiel trainieren, wie es die Jungen- und
Herrenmannschaften tun.
– Nur ein Stadionausbau, der von allen getragen wird, ist ein nachhaltiger
Stadionausbau. Die anliegenden Anwohner*innen sind mit in die Planung des Neubaus einzubeziehen, da sie die Folgen des Stadionausbaus am stärksten in ihrem Alltag spüren.
– Es werden Räumlichkeiten zur Nutzung des Fanprojektes bereitgestellt.
– Das Holstein-Stadion soll zur generellen Nutzung durch die Zivilgesellschaft bereitgestellt werden.
– Das Stadion soll der 15-Minuten-Stadt dienen, beispielsweise durch die Ansiedlung einer Kita, von Ärzt*innen oder der Sporthalle.