Die aktuellen Zahlen des Kieler Mietspiegels zeigen, was viele Mieter*innen bereits spüren: Die Mieten in Kiel steigen weiter. Besonders Neubauten treiben die durchschnittlichen Kaltmieten nach oben, während bezahlbarer Wohnraum Mangelware bleibt.

„Die Entwicklung ist besorgniserregend, aber nicht überraschend“, erklärt Arne Langniß, wohnungspolitischer Sprecher der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. „Die Neubauten der vergangenen Jahre sind fast ausschließlich im hochpreisigen Segment entstanden. Doch genau dort liegt nicht der dringendste Bedarf. Wir brauchen mehr bezahlbare Wohnungen.“

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen fordert, dass die Stadt Kiel ihre Anstrengungen verstärkt, um den sozialen Wohnungsbau gezielt auszubauen. Die Kieler Wohnungsgesellschaft (KiWoG) spielt dabei eine entscheidende Rolle. „Das Ziel der KiWoG, bis 2030 rund 1.000 Wohnungen zu besitzen, ist sicher nicht ambitioniert genug“, so Arne Langniß. „Wir brauchen deutlich mehr Sozialwohnungen, die für breite Bevölkerungsschichten bezahlbar sind. Insbesondere in Stadteilen, die von Gentrifizierung gefährdet sind, ist es wichtig Wohnungen aus dem Bestand herauszukaufen, um bezahlbaren Wohnraum auch nach Sanierung zu gewährleisten. Je nach Bedarf könnte dieser Wohnraum sogar in sozialgeförderten Wohnraum überführt werden.“ 

Neben dem Bau neuer Wohnungen müsse auch stärker auf den Erhalt bestehender Sozialwohnungen geachtet werden. „Jede aus der Sozialbindung fallende Wohnung ist ein Verlust für bezahlbaren Wohnraum. Hier müssen Land und Bund gegensteuern, um Mieter*innen langfristig zu schützen.“

Besonders kritisch ist der Anstieg der Neuvertragsmieten, die nun bei durchschnittlich 9,37 Euro pro Quadratmeter liegen. „Wer heute eine neue Wohnung sucht, zahlt deutlich mehr als noch vor zwei Jahren. Das trifft besonders Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen hart. Wir setzen uns daher für eine stärkere Regulierung der Mietentwicklung ein und fordern eine konsequente Nutzung aller rechtlichen Möglichkeiten zur Begrenzung von Mietsteigerungen“, betont Arne Langniß.