Die Kreismitgliederversammlung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Kiel möge beschließen:
Für uns ist der Schutz unserer Ostsee ein zentrales Anliegen. Als einzige
Landeshauptstadt am Meer und mit dem Geomar als weltweit führendes
Forschungszentrum tragen wir eine besondere Verantwortung, uns für Meeresschutz
einzusetzen und für mehr Sichtbarkeit der Klima- und Meeresforschung zu sorgen.
Deswegen sind wir Kieler Bündnisgrüne stolz darauf, dass Kiel seit 2020
Meeresschutzstadt ist. Das ist unsere Grüne Handschrift und auch Ergebnis
unserer politischen Arbeit! Dazu zählt ebenso das Engagement für das sogenannte
Meeresvisualiserungszentrum direkt an der Förde auf dem ehemaligen Geomar-
Gelände am Westufer.
Der Kieler Innenstadt fehlt es an attraktiven Landmarken. Obwohl theoretisch
Millionen an Tourist*innen nach Kiel kommen, suchen diese oft nur für kurze
Zeiträume unsere Stadt auf. Hier hat Kiel richtig Potential. Diesem Ziel haben
wir bereits in den letzten Jahren entgegengearbeitet, durchaus mit Erfolg, wie
beispielsweise die Umgestaltung des Kleinen Kiels zeigt. Für uns ist klar: Kiel
braucht einen inspirierenden Ort der Begegnung und des Lernens, der die
faszinierenden Welten an den Küsten und unter der Meeresoberfläche sichtbar
macht und Besucher*innen begeistern kann.Die Aufenthaltsqualität der Kiellinie
möchten wir mit diesem einladenden Ort verbessern.
Die Potenziale und Umsetzungsmöglichkeiten für ein solches Angebot im Bereich
des Edutainments wurden gründlich ausgelotet. Jetzt ist die Zeit für die ersten
Schritte in Richtung Realisierung,um an der Kiellinie ein Haus der Meere
entstehen zu lassen. Wir stehen zur Übernahme des Geländes und der Gebäude vom
Land und bitten unseren künftigen Oberbürgermeister, das Einwerben der
finanziellen Mittel für ein solches Zentrum zur Chefsache zu machen und dem
Projekt einen griffigen Namen zu geben.
Als Kieler Grüne stehen wir eindeutig hinter der Realisierung des Meereszentrums
am Standort des alten Geomar-Gebäudes. Es ist klar, dass die Landeshauptstadt
ein solches Projekt nicht alleine finanzieren kann. Wir wollen daher eine
Realisierung in Form einer Öffentlich-Privaten-Partnerschaft (ÖPP) prüfen.
Gleichzeitig stehen wir dazu, in andere kulturelle und soziale Projekte,
Wohnraum und klimafreundliche Mobilität zu investieren, denn wir wollen Kiel
durch mehrere Maßnahmen noch lebenswerter machen. Bis eine mögliche Finanzierung
steht, sind die einmaligen und laufenden Kosten aus der Übernahme der
Liegenschaft durch die Stadt zu tragen.
Die Kosten werden durch das Potenzial aufgewogen, das ein solches Zentrum für
Kiel bietet:
- als Meeresschutzstadt und einziger Landeshauptstadt am Meer,
- als einmaligem Forschungs-und Wissenschaftsstandort mit dem Geomar, dem
interdisziplinärem Institut für Meeresforschung an der CAU und dem
Meeresbezug der HAW,
- als Stadt mit vielfältigem kulturellem und zivilgesellschaftlichem
Engagement im Bereich Meeresschutz
- als Tourist*innenmagnet, der für nachhaltige Entwicklung sensibiliiert
- als wichtiger Lernort für Kinder, Jugendliche und Familien.
Das Land überlässt diese Liegenschaft der Stadt kostenlos, wenn auf der Fläche
ein solches Zentrum entsteht – auch das ist ein Grüner Verhandlungserfolg! Die
Gelegenheit ist einmalig, darum muss die Übernahme der Liegenschaft und ein
solide finanziertes Gesamtkonzept der nächste Schritt sein.