Mehr als 500 Kinder in Kiel brauchen inzwischen eine Schulbegleitung – zehnmal so viele wie vor fünf Jahren. Das bisherige System mit individuellen Einzelhilfen stößt damit zunehmend an seine Grenzen. Die Grüne Ratsfraktion unterstützt Bildungsdezernentin Dr. Christina Schubert dabei, die Hilfen neu aufzustellen. Ziel ist es, Kinder gezielt zu stärken und Lehrkräfte wirksam zu entlasten.
„Jedes Kind verdient die Chance, im Unterricht anzukommen, seinen eigenen Weg zu finden und gemeinsam mit anderen zu lernen. Dafür brauchen wir verlässliche Unterstützung und ein Umfeld, das unterschiedliche Bedürfnisse auffängt“, betont Andrea Hake, schulpolitische Sprecherin der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen.
Die Zahl der Schulbegleitungen in Kiel hat sich innerhalb von fünf Jahren verzehnfacht. Diese Entwicklung zeigt, wie wichtig passgenaue Hilfen im Schulalltag sind und wie dringend wir die Zusammenarbeit neu organisieren müssen. Multiprofessionelle Teams bieten die Chance, Unterstützung flexibler und gemeinschaftlicher zu gestalten. Statt einer festen Einzelbegleitung für jedes Kind können Assistenzteams dort helfen, wo gerade Bedarf besteht. Das stärkt die Teilhabe im Klassenverband und ermöglicht eine bessere Abstimmung mit den Lehrkräften. Entscheidend bleibt, dass jedes Kind die Unterstützung erhält, die es benötigt. Dass Kiel ab dem Schuljahr 2027/2028 multiprofessionelle Teams an vier Schulen in Gaarden erproben und einen weiteren Pilotversuch mit strukturellen Assistenzen im Kieler Norden vorbereiten will, ist deshalb der richtige Schritt.
„Wir wollen Schulen, in denen Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen gemeinsam lernen und sich entfalten können. Wenn wir Fachkräfte besser vernetzen und die Bedürfnisse der Kinder in den Mittelpunkt stellen, stärken wir die inklusive Schule in Kiel“, so Hake.