Innenstadt: Lebensqualität zählt mehr als Stellplätze


Die Debatte über Parkhäuser und die Erreichbarkeit der Kieler Innenstadt sollte aus Sicht der
Fraktionsvorsitzenden Jessica Kordouni (Bündnis 90/Die Grünen) am erklärten Ziel einer
Mobilitätswende ausgerichtet werden: „Wir wollen mehr Lebensqualität und eine gerechtere
Verteilung des öffentlichen Raumes in der Stadt. Davon werden die Menschen, davon wird auch der
Einzelhandel profitieren.“

Für Jessica Kordouni ist der Kurs durch politische Beschlüsse der Ratsversammlung klar abgesteckt:
„Die alleinige Ausrichtung auf die Bedürfnisse des motorisierten Individualverkehrs muss ein Ende
haben. Wir wollen den ÖPNV weiter ausbauen, Ticketpreise noch stärker senken, die Infrastruktur
für zu Fußgehende und Radfahrende verbessern.“ Es brauche weniger Platz für konsequent
bewirtschaftete und gerecht bepreiste Stellplätze im öffentlichen Raum; in den Parkhäusern gebe es
genug davon. Zur Mobilitätswende gehöre auch, dass weniger Fahrzeuge in der Stadt fahren und
dass mehr Menschen umsteigen.

Als „Scheinargument“ bewertet Jessica Kordouni die Aussage, ein Mangel an Parkplätzen gefährde
den Handel in der Innenstadt: „Wie erklärt sich der Erfolg der Holtenauer Straße, die bestimmt nicht
besser zu erreichen ist?“, fragt die Fraktionsvorsitzende, die auch Vorsitzende im städtischen Beirat
zur Mobilitätswende ist. Und: „Bezahlbare Mieten und eine kleinteiligere Struktur der Geschäfte und
eine größere Aufenthaltsqualität sind als Erfolgskriterien viel wichtiger als die Gebühren für ein
Parkhaus. Zumal die Kieler Preise im Bundesvergleich am unteren Ende der Skala sind.“

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