Es gilt das gesprochene Wort!
„Essen ist politisch.“
Mit einem Beutel mit dieser Aufschrift lief mein Enkelsohn durchs Erdbeerfeld. Damals war er drei Jahre alt. Links die Tasche, rechts die Erdbeere. Und im Mund – natürlich – die Erdbeere.
Und genau da wird es klar: Alles ist politisch.
Wer das Gemeinwohl im Blick hat, denkt politisch. Wer Stadtgestaltung plant, denkt politisch. Wer Badestellen ermöglicht oder verhindert, denkt politisch.
Politisch – das kommt von Polis: von den Dingen, die die Stadt betreffen. Und genau darüber reden wir heute.
Was bedeutet das für den Prozess, über den hier so intensiv diskutiert wird – insbesondere für die Besetzung der Dezernate III und V?
Zunächst einmal: Auch wir – und da spreche ich für den größten Teil meiner Fraktion – haben uns die Bewerbungsunterlagen für beide Dezernate sehr genau angesehen. Wir haben Zeit investiert. Nicht nur in Gesprächen im Büro von Robert Schall, sondern auch davor und danach: in der Vorbereitung, im Austausch und in der sorgfältigen Abwägung.
Auf Nachfrage mehrerer Ratsmitglieder haben wir den Stand unseres Prozesses ratsöffentlich gemacht. Wir haben transparent dargelegt, wo die Kooperation steht und wie unser weiterer Ablauf aussieht. Mehr noch: Wir haben eingeladen, sich an diesem Entscheidungsprozess zu beteiligen.
Ja, deshalb wurden wir gefragt. Und ja, deshalb schlagen wir zwei Bewerber*innen vor, die aus unserer Sicht in allen weiteren Auswahlprozessen berücksichtigt werden sollten.
Warum? Weil wir überzeugt sind, dass große Personalentscheidungen von Offenheit, Transparenz und breiter demokratischer Beteiligung profitieren. Unterschiedliche Perspektiven machen Entscheidungen besser – nicht schwächer.
Fassen wir zusammen:
Transparenz? Check.
Demokratische Legitimation? Check.
Und nun zum Punkt, der hier besonders im Raum steht: die politische Dimension dieser Besetzung.
Wenn von „politischer Besetzung“ gesprochen wird, dann ist uns eines besonders wichtig klarzustellen: Unser Fokus liegt auf Kompetenz und Eignung.
Politisch bedeutet für uns nicht Parteibuch oder Lagerdenken. Politisch bedeutet für uns: wertegeleitet zu handeln.
Das heißt, wir suchen Persönlichkeiten, die fachlich hoch qualifiziert sind, die Führungskompetenz mitbringen, die Verwaltung professionell und leistungsorientiert steuern können und die ihre Entscheidungen am Gemeinwohl dieser Stadt ausrichten.
Gerade die besonderen Herausforderungen vor denen Kiel steht, erfordern Dezernent*innen mit Erfahrung, Haltung und einem klaren Blick für die Bedürfnisse dieser Stadt.
Wenn unter „fachlicher Unabhängigkeit“ verstanden wird, Entscheidungen losgelöst von demokratischen Werten oder gesellschaftlicher Verantwortung zu treffen, dann sollten wir diesen Begriff gemeinsam noch einmal kritisch betrachten.
Wenn damit jedoch fachliche Kompetenz, Integrität und Verantwortungsbewusstsein gemeint sind, dann ist unsere Antwort eindeutig: Check.
Darum geht es. Und genau dafür setzen wir uns hier ein – gemeinsam. Für gute Entscheidungen. Für eine leistungsfähige Verwaltung. Für Kiel.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.