Wohnen ist mehr als ein Dach über dem Kopf. Wohnen bedeutet Sicherheit, Würde, Zuhause. Die Ratsfraktionen Bündnis 90/Die Grünen und SPD setzen sich mit ihrem Änderungsantrag zur Quotenregelung für geförderten Wohnungsbau dafür ein, dass bezahlbarer Wohnraum in Kiel verbindlich entsteht (Drs. 0080/2026-01 ). Auch dann, wenn Landesmittel zeitweise ausgeschöpft sind.

„Der Wohnungsmarkt in Kiel ist angespannt. Familien, Auszubildende, Alleinerziehende und Senior*innen brauchen Wohnungen, die sie sich leisten können. Darauf geben wir eine klare Antwort: Bezahlbares Wohnen bleibt verbindlicher Bestandteil neuer Bauprojekte“, erklärt Arne Stenger, baupolitischer Sprecher der grünen Ratsfraktion. „Künftig sollen Vorhabenträger*innen auch bei einer Ablehnung durch das Land Schleswig-Holstein einen zweiten Antrag auf soziale Wohnraumförderung stellen. Damit erhöhen wir die Chance, Fördermittel zu erhalten, und schaffen Planungssicherheit. Im Falle, dass die die Förderung abermals nicht greift, wollen wir durch die Verwaltung prüfen lassen, ob mindestens 30 Prozent der entstehenden Wohnungen zu einem Höchstmietpreis von maximal 2 Euro über dem Mietpreis des zweiten Förderwegs pro Quadratmeter angeboten werden können – mit einer Preisbindung von 25 Jahren. Das ist sozial und schafft Stabilität auf dem Wohnungsmarkt.

Gleichzeitig eröffnen wir neue Wege des Bauens. Mit einem Kieler Standard für kostenreduziertes, vereinfachtes Bauen – orientiert am „Hamburg-Standard“ – wollen wir Baukosten senken und Spielräume schaffen. Weniger Komplexität, effizientere Prozesse, klare Standards. Energetische Qualität bleibt dabei selbstverständlich. So verbinden wir Klimaschutz mit sozialer Verantwortung.

Auch mittelgroße Bauprojekte zwischen 2.000 und 5.000 Quadratmetern erhalten eine praktikable Option: Wer 30 Prozent der Wohnfläche nach dem neuen, kostensenkenden Standard errichtet und dauerhaft zu gedeckelten Mieten anbietet, kann auf klassische Fördermodelle verzichten. Das schafft Flexibilität und sichert zugleich bezahlbare Mieten.“

Sönke Klettner, baupolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion, erklärt:

„Wir erkennen an, dass die mangelnden Fördergelder für den sozialen Wohnungsbau durch das Land erhebliche Probleme für die Investoren darstellen, die Wohnungen in der Stadt Kiel schaffen wollen. Werden Anträge auf Wohnbauförderung zweimal abgelehnt, ergibt es auch aus unserer Sicht Sinn, auf eine erneute erfolglose Antragstellung zu verzichten. Gleichwohl gilt es, die kommunalpolitischen Möglichkeiten zu nutzen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Wir wollen Bauwillige unterstützen, Baukosten zu reduzieren und dafür auch preisgünstigen Wohnraum für die Kielerinnen und Kieler zur Verfügung zu stellen, auch für Menschen und Familien mit mittleren Einkommen. Das stellen wir mit unserem Antrag sicher!“