Die Ratsfraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und SPD haben im Bauausschuss einen gemeinsamen Änderungsantrag zum sogenannten „Bau-Turbo“ eingebracht. Ziel ist es, die neuen Instrumente der BauGB-Novelle 2025 für mehr Wohnungsbau zu nutzen: Klar geführt, demokratisch eingebettet und fest verankert in den städtebaulichen Leitlinien Kiels.

„Kiel braucht mehr Wohnungen – schnell, bezahlbar und gut geplant“, betont Arne Stenger, baupolitischer Sprecher der Grünen Ratsfraktion. „Der Bau-Turbo entfaltet seine Kraft dort, wo Tempo und Qualität zusammenspielen. Genau dafür setzen wir jetzt klare Leitplanken. Stadtgrün, Klimaanpassung, Hochhausleitlinie, Kleingartenentwicklungskonzept und Baumschutz bilden einen verbindlichen Rahmen für alle Bauvorhaben. Auch im Außenbereich setzt der Antrag auf Klarheit. Freiflächen bleiben grundsätzlich geschützt. Bauliche Entwicklungen kommen dort nur in Betracht, wo der Flächennutzungsplan Bauflächen vorsieht und die städtischen Zielvorstellungen eingehalten werden. Besonders wichtig ist uns: Der Bau-Turbo bleibt lernfähig. Der Bauausschuss erhält regelmäßig Bericht über die Anwendung, inklusive der Auswirkungen auf Umwelt und Versiegelung. Wir verbinden so Tempo mit Zukunftsfähigkeit.“

Sönke Klettner, baupolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion, erklärt:
„Mit dem Bau-Turbo ist den Kommunen ein mächtiges Werkzeug in die Hand gegeben, schneller und vor allem einfacher Wohnungsbau auch dort zu erlauben, wo es bislang nicht möglich war. Dieses Werkzeug nutzen wir, ohne dabei städtische und soziale Belange zu vernachlässigen. So wird auch bei Nutzung des Bau-Turbos an Vorgaben für sozialen Wohnungsbau und an den Baulandkriterien der Stadt Kiel vollständig festgehalten.“

Mit dem beschlossenen Änderungsantrag zeigen Grüne und SPD gemeinsam: Wir beschleunigen den Wohnungsbau, aber mit klarer Haltung. Wohnungsbau wird so zum Motor für lebenswerte Quartiere, soziale Gerechtigkeit und eine klimaangepasste Stadt.