Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrte Frau Stadtpräsidentin,
sehr geehrte Ratsleute,
lieber Ove Schröter,

danke für die Große Anfrage. Sie richtet den Blick auf eine Gruppe von Menschen, die sonst nicht überall angemessen im Fokus steht: viele Frauen, Kinder, junge Erwachsene, die Zuflucht vor Terror und Krieg durch die Taliban in ihrem Heimatland suchen. Sie haben unvorstellbares Leid erlebt. Wir können das hier kaum erfassen, nur erahnen, was sie erlitten und verloren haben. Sie brauchen Unterstützung. Und sie bekommen sie auch.

Wir haben geregelte Strukturen: die Ausländerbehörde, Hilfsangebote, viel ehrenamtliche Unterstützung. Und zugleich wissen wir, zuletzt auch vor einigen Tagen aus der Zeitung, dass bei den Behörden auch einiges schieflaufen kann. Für Menschen in Not ist ihr Anliegen kein „Fall“. Geflüchtete, die ihre Papiere verloren haben, können sich nicht einfach an ihre Heimatbehörden wenden, um neue zu bekommen. Sie riskieren Ihr Leben, wenn ihre persönlichen Daten in die Hände der Taliban kommen.

Die Fragen und Antworten der Großen Anfrage machen uns nochmal deutlich, wie groß diese Angst ist. Die Angst flieht mit. Sie ist auch hier in Kiel lebendig. Und es fällt uns schwer, sie den Geflüchteten zu nehmen: Unsere Behörden liefern keine Daten weiter an Terrorregime!

Aber für Betroffenen sind das hohle Worte. Sie fühlen sie nicht. Wir können nur versuchen, Angst zu lindern und Vertrauen langsam wachsen zu lassen, indem wir nicht über die Geflüchteten, sondern mit ihnen reden.

  • Wir müssen noch besser zuhören.

Das wollen wir tun.

  • Wir müssen uns auf allen politischen Ebenen für ihre Sicherheit und für ihre Integration einsetzen.

Das ist unsere Verantwortung.

  • Das heißt aber auch, dass wir diese Verantwortung auf starke Schultern aufteilen, die sie auch tragen können. Und wenn Personal in der Ausländerbehörde fehlt, oder verzweifelt, weil die Belastung zu groß wird, brauchen wir bessere Arbeitsbedingungen und Unterstützungsangebote.

Für die Geflüchteten gibt es keinen Weg zurück. Sie sind hier, um hier zu leben, eine Heimat zu finden. Wir freuen uns, dass sie da sind. Und wir sind für sie da.