Der Tätigkeitsbericht des Kieler Pflegestützpunktes für das Jahr 2025 zeigt eindrucksvoll, wie unverzichtbar diese unabhängige Beratungsstelle für viele Menschen in unserer Stadt geworden ist. 5.571 Beratungen in einem Jahr machen deutlich: Pflege betrifft mitten im Leben immer mehr Familien.
Dazu erklärt Karl Stanjek, seniorenpolitischer Sprecher der Grünen Ratsfraktion Kiel: „Der Pflegestützpunkt ist für viele Angehörige ein Leuchtturm in einer herausfordernden Lebensphase. Wenn ein Pflegefall plötzlich eintritt, wenn Formulare überfordern oder Entscheidungen der Pflegekassen Fragen aufwerfen, braucht es Menschen, die zuhören, Orientierung geben und Wege aufzeigen. Genau das leistet das Team des Kieler Pflegestützpunktes jeden Tag mit hoher Fachlichkeit und großer Menschlichkeit. Die Beratung umfasst unter anderem Leistungen der Pflegeversicherung, Pflegegradanträge, Wohnformen im Alter sowie Hilfen für die Organisation häuslicher Pflege. Die Unterstützung erfolgt telefonisch, in persönlichen Gesprächen oder direkt bei Hausbesuchen. Wichtig ist, dass Angehörige nicht allein gelassen werden, wenn Kurzzeitpflegeplätze fehlen oder Stationen in Pflegeheimen zu externen Wohngemeinschaften umgewandelt werden. Neben der individuellen Beratung stärkt der Pflegestützpunkt auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Stadt. Veranstaltungen, Netzwerkarbeit und die Förderung der Nachbarschaftshilfe schaffen Begegnung und gegenseitige Unterstützung. Besonders wichtig ist dabei die Arbeit mit ehrenamtlich engagierten Nachbarschaftshelfer*innen. Pflege braucht Nähe, Zeit und gute Strukturen. Der Pflegestützpunkt verbindet all das. Deshalb ist seine Arbeit für Kiel von unschätzbarem Wert.“
Antje Möller-Neustock, seniorenpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion, erklärt:
„Die Finanzierung der Sozialversicherungen steht derzeit im Mittelpunkt gesellschaftlicher Debatten. Umso erfreulicher ist es, dass die praktische Unterstützung hier in Kiel gut funktioniert. Gerade zu Beginn einer Pflegebedürftigkeit ist es entscheidend, dass Betroffene und ihre Angehörigen kompetente Ansprechpartner*innen vor Ort an ihrer Seite wissen. Denn jede Pflegesituation ist individuell – und wer erstmals mit Pflege konfrontiert wird, fühlt sich schnell überfordert. Die praktische Unterstützung des Pflegestützpunktes zeigt, welche Möglichkeiten es gibt, um den Alltag von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen spürbar zu erleichtern. Gleichzeitig hilft sie dabei, sich im oft komplizierten „Dschungel“ der Antragstellungen und Zuständigkeiten zurechtzufinden. Pflege kann nur gelingen, wenn sie solidarisch, menschlich und praxisnah organisiert wird – so, wie es in Kiel bereits vorbildlich gelebt wird.“
