Die Ratsfraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und SPD wollen prüfen lassen, wo in Kiel eine würdige Gedenkstelle für bisher nicht berücksichtigte Opfer des Nationalsozialismus geschaffen werden kann. Zunächst soll dabei insbesondere der Menschen gedacht werden, die auf Grund ihrer geschlechtlichen Identität oder sexuellen Orientierung verfolgt und ermordet wurden. Einen entsprechenden Antrag bringt die Rathauskooperation in dieser Woche in den Kulturausschuss und die Ratsversammlung ein (Drs. 0575/2026).
Bettina Aust, kulturpolitische Sprecherin der Grünen Ratsfraktion, erklärt:
„Eine Stadt erzählt ihre Geschichte auch durch die Orte, die sie sichtbar macht. Deshalb gehört Erinnerungskultur mitten in den öffentlichen Raum. Kiel hat die Verantwortung, auch jene Menschen sichtbar zu machen, deren Verfolgung und Ermordung lange zu wenig Raum in unserer Erinnerung gefunden hat. Ein Gedenkort für queere Menschen wäre dafür ein wichtiger Schritt – und zugleich ein klares Bekenntnis zu Vielfalt, Menschenwürde und einer offenen Stadtgesellschaft.“
Anna-Lena Walczak, Sprecher für Diversität und Vielfalt der SPD-Ratsfraktion, erklärt:
„Orte der Erinnerung sind wichtiger denn je. Wir müssen uns daran erinnern, welch unsägliches Leid queeren Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus zugefügt wurde und uns mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür einsetzen, dass nie wieder jetzt ist.“
