Die Schwentineflotte gehört seit Jahrzehnten zu den ungewöhnlichsten und zugleich liebenswertesten Wohnorten Kiels. Wo andere nur Boote sehen, haben Menschen ihr Zuhause geschaffen. Mit einem gemeinsamen Änderungsantrag (Drs. 0676/2026) setzen sich die Ratsfraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und SPD deshalb dafür ein, dass die Zukunft der Schwentineflotte aktiv gesichert wird.
Dazu erklärt Janine Blöhdorn, Ratsfrau der Grünen Ratsfraktion: „Die Schwentineflotte ist kein beliebiger Liegeplatz, sondern für viele Menschen Lebensmittelpunkt, Nachbarschaft und Arbeitsplatz zugleich. Wer dort lebt, hat nicht einfach ein Boot am Steg liegen, sondern sein Zuhause auf dem Wasser. Diese Lebensrealität verdient unseren Respekt und unseren entschlossenen Einsatz. Vor dem Hintergrund der geplanten Übernahme von Flächen im Bereich des ehemaligen MFG-5-Geländes durch den Bund muss alles unternommen werden, um den jetzigen Standort zu erhalten. Deshalb soll im Rahmen des Standortdialogs geprüft werden, ob die Schwentineflotte auch künftig als ziviler Bereich im Plüschowhafen bestehen kann. Gleichzeitig ist verantwortungsvolle Politik verpflichtet, auch für den Fall vorzusorgen, dass ein Verbleib nicht möglich sein sollte. Wir wollen keine Entscheidungen über die Köpfe der Betroffenen hinweg treffen. Die Bewohner*innen kennen ihre Bedürfnisse und die Anforderungen an einen geeigneten Standort besser als jede Verwaltungsvorlage. Deshalb setzen wir auf einen echten Dialog. Die Schwentineflotte ist ein Stück Kieler Identität und ein Symbol für die Vielfalt der Stadt.“
Volkhard Hanns, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion, erklärt:
„Die Bewohnerinnen und Bewohner, welche mit viel Liebe und Aufwand sich ein großartiges Zuhause geschaffen haben, haben es verdient, dass man ihre Existenz nicht leichtfertig in Frage stellt. Die Schwentineflotte gehört zu Kiel, entfaltet aber auch eine unglaubliche Außenwirkung. Es wäre die beste Lösung, wenn sie an ihrem jetzigen Standort bleiben könnte. Militärische Sicherheitsinteressen sind wichtig, die Lebensinteressen der Menschen in unserer Stadt aber nicht weniger bedeutend. Daher haben wir in der Ratsversammlung beschlossen, dass ein Kompromiss gesucht werden soll. Wenn die Schwentineflotte ihren Standort unabweisbar aufgeben muss, dann braucht sie einen guten Ausweichstandort. Die Kosten hätte dann der Bund zu tragen.“
