Die Ratsfraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und SPD wollen die vergünstigten Kieler ÖPNV-Preise bis zur Einführung des neuen SH-Tarifs sichern. Damit sollen Fahrgäste vor einem kurzfristigen Preissprung und einer erneuten Tarifänderung innerhalb weniger Monate geschützt werden (Drs. 0750/2026)

Einmal 3 Euro, wenige Monate später 3,60 Euro und kurz darauf wieder ein anderer Preis: Genau dieses Tarif-Hin und Her droht den Kieler ÖPNV-Fahrgästen im kommenden Jahr. Grund dafür ist die Verschiebung der geplanten Reform des SH-Tarifs. Die Ratsfraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und SPD setzen deshalb auf klare Verhältnisse: Die bestehende Kieler Tarifmaßnahme mit der Preisstufe 2ki soll über den 31. März 2027 hinaus bis zur Umsetzung des Tarifentwicklungsplans (TEP) der NAH.SH verlängert werden – spätestens bis zum 31. Dezember 2027.

„Bus und Bahn müssen verlässlich und bezahlbar sein. Fahrgäste brauchen einen Tarif, auf den sie sich verlassen können – und keine Preissprünge im Monatsrhythmus. Deshalb wollen wir die Kieler Preise so lange stabil halten, bis die große Tarifreform tatsächlich kommt“, sagt Maik Kristen, mobilitätspolitischer Sprecher der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. „Für die Menschen, die jeden Tag mit Bus und Bahn unterwegs sind, ist so ein Tarif-Pingpong schwer vermittelbar. Wer morgens zur Arbeit fährt, Kinder zur Schule bringt oder regelmäßig zum Einkaufen den Bus nimmt, braucht Verlässlichkeit statt Überraschungen am Fahrkartenautomaten“, so Kristen. „Wir wollen den ÖPNV stärken. Dafür braucht es einfache, verständliche und stabile Preise.“

Tabea Philipp-Beeck, mobilitätspolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion, erklärt:
„Der ÖPNV ist die Grundlage für eine Mobilität für alle. Er muss zuverlässig und bezahlbar sein. In Kiel haben wir mit unseren vergünstigten Ticketpreisen ein klares Zeichen für soziale Mobilität gesetzt – und daran halten wir auch in finanziell herausfordernden Zeiten fest. Wir wollen verhindern, dass die Menschen in Kiel innerhalb weniger Monate zweimal mit neuen Fahrpreisen konfrontiert werden. Diese Tarifspirale ist weder sozial gerecht noch eine gute Werbung für den ÖPNV. Die Verlängerung der Tarifmaßnahme 2ki soll deshalb einen nahtlosen Übergang in das neue Tarifsystem von NAH.SH ermöglichen.“

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