Wo Menschen Unterstützung finden, entstehen neue Perspektiven – für die Betroffenen ebenso wie für den gesamten Stadtteil. Das neue Aufenthalts- und Beratungsangebot am Karlstal bündelt Hilfen, schafft einen geschützten Ort und macht soziale Unterstützung dort erreichbar, wo sie gebraucht wird.

Dazu erklärt die sozialpolitische Sprecherin der Grünen Ratsfraktion, Karla Frieben-Wischer: „Eine Suchterkrankung verschwindet nicht, indem Menschen aus dem Blickfeld gedrängt werden. Sie wird überwunden, wenn Menschen gesehen werden, Vertrauen fassen und verlässliche Unterstützung erfahren. Genau dafür steht dieses neue Angebot. Mit dem Standort am Karlstal bauen wir eine Brücke zwischen der Straße und dem Hilfesystem. Diese Brücke trägt Menschen in schwierigen Lebenslagen und eröffnet neue Perspektiven. Gleichzeitig schafft sie Entlastung für Anwohner*innen, Gewerbetreibende und alle, die sich einen lebenswerten öffentlichen Raum wünschen. Soziale Verantwortung und Sicherheit gehen Hand in Hand.

Gerade weil das Projekt Neuland betritt, lohnt sich ein genauer Blick auf die Erfahrungen der kommenden Monate. Wir werden beobachten, wie sich die begrenzten Öffnungszeiten auf die Nutzung auswirken und ob die Menschen auch außerhalb dieser Zeiten ausreichend erreicht werden. Unser Ziel bleibt ein Angebot, das sich an den tatsächlichen Lebensrealitäten der Betroffenen orientiert.

Ein besonderes Augenmerk muss aus unserer Sicht auf den Schutz drogenabhängiger Frauen gelegt werden. Frauen mit Suchterkrankungen erleben häufig zusätzlich Gewalt, Bedrohungen oder sexuelle Ausbeutung. Sie brauchen Räume, in denen sie sich sicher fühlen und Unterstützung ohne Angst annehmen können. Deshalb sollte das Projekt in einem nächsten Schritt gemeinsam mit den Fachträgern prüfen, wie geschlechtssensible Angebote und wirksame Schutzkonzepte weiter ausgebaut werden können. Gute Suchthilfe bedeutet immer auch, die unterschiedlichen Lebenslagen der Menschen in den Blick zu nehmen.

Dieses Projekt ist ein wichtiger Anfang. Jetzt kommt es darauf an, aufmerksam hinzuschauen, Erfahrungen auszuwerten und die Angebote konsequent weiterzuentwickeln.“

Presse: Jugendliche haben eine…