Es gilt das gesprochene Wort!
Frau Stadtpräsidentin,
meine Damen und Herren,
manchmal geht es in der Kulturpolitik um mehr als um Zahlen, Haushaltsstellen und Finanzierungsanteile.
Es geht um die Frage: Was für eine Kulturstadt wollen wir sein?
Und genau darum geht es heute.
Unser Konzerthaus am Kieler Schloss ist nach seiner Sanierung ein großartiger Ort für unsere Stadt. Aber eines fehlt: die Orgel.
Deshalb möchte ich zunächst all jenen ausdrücklich danken, die sich dafür einsetzen, dass sich das ändert: dem Förderverein, den Initiator*innen und vor allem den großzügigen Spenderinnen und Spendern.
Knapp eine Million Euro an privaten Spenden einzuwerben, ist eine enorme Leistung. Das zeigt Bürgersinn, Verantwortung und eine beeindruckende Verbundenheit mit der Kultur unserer Stadt.
Dafür herzlichen Dank!
Und ich bin überzeugt: Dieses Engagement wird weitere Menschen ermutigen, sich zu beteiligen.
Die Orgel ist dabei kein luxuriöses Extra. Eine Orgel gehörte von Beginn an zum Konzertsaal. Und es gibt bedeutende musikalische Werke, die ohne sie hier schlicht nicht aufgeführt werden können.
Die neue Orgel würde unserem Philharmonischen Orchester deshalb ganz neue Möglichkeiten eröffnen.
Aber mir ist noch etwas anderes wichtig:
Unser Konzerthaus ist kein Haus nur für sogenannte Hochkultur. Es ist ein Haus für die ganze Stadt.
Für Klassik und andere Musikrichtungen, für Familien, für junge und ältere Menschen, für große Konzerterlebnisse ebenso wie für neue und experimentelle Formate.
Und auch eine moderne Orgel kann genau das: Tradition und Zukunft miteinander verbinden.
Eine solche Konzertsaalorgel wäre etwas Besonderes für Kiel. Sie würde die überregionale Bedeutung unseres Konzerthauses stärken, Menschen nach Kiel bringen und damit auch für Tourismus und Stadtmarketing einen Mehrwert schaffen.
Und wenn wir Kiel als Kulturstadt weiterentwickeln wollen – vielleicht eines Tages sogar auf dem Weg zur Kulturhauptstadt –, dann brauchen wir solche Projekte.
Natürlich müssen wir angesichts unserer Haushaltslage sehr genau auf jeden Euro schauen.
Und ja: Der mögliche städtische Anteil, über den wir heute auch sprechen, ist hoch.
Aber ich bin überzeugt, dass dieser Betrag am Ende nicht in dieser Höhe auf die Stadt zukommen wird.
Die bisherige Spendenbereitschaft macht Mut. Deshalb sollten wir weiter Spenden einwerben, Fördermöglichkeiten nutzen und zusätzliche Partner gewinnen.
Denn für mich ist klar:
Kiel leistet sich Kultur nicht einfach.
Kiel investiert in Kultur.
Weil Kultur Menschen zusammenbringt.
Weil sie unsere Stadt lebenswert macht.
Und weil sie Kiel weit über unsere Stadtgrenzen hinaus sichtbar macht.
Deshalb unterstütze ich diesen Antrag.
Und ich freue mich auf den Tag, an dem wir die neue Orgel zum ersten Mal hören können.
Dann wird unser Konzerthaus nicht nur baulich erneuert sein – sondern auch musikalisch wieder vollständig.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
