Das Kieler Kanalnetz ist eine Infrastruktur unter unseren Füßen – unsichtbar, aber unverzichtbar. Mit dem geplanten Substanzerhaltungskonzept geht die Verwaltung jetzt den richtigen Weg: Erst wird der Zustand des Netzes systematisch erfasst, dann werden Sanierungsbedarfe priorisiert und mögliche Synergien mit Straßenbau und Stadtbahnplanung genutzt.
„Wer wissen will, wo Kiel in den kommenden Jahren investieren muss, braucht zunächst einen klaren Überblick über den Zustand unserer Infrastruktur“, sagt Jürgen Meereis, umweltpolitischer Sprecher der Grünen Ratsfraktion. „Genau dafür ist das Substanzerhaltungskonzept da. Es schafft die Grundlage für eine belastbare Sanierungsstrategie. Besonders wichtig ist dabei der Blick auf die gesamte Straße: Wo muss der Kanal saniert werden? Wo muss ohnehin die Straße erneuert werden? Wo können Arbeiten mit dem Bau der Stadtbahn verbunden werden? Eine abgestimmte Planung kann Baustellen bündeln, Kosten reduzieren und Straßenräume anschließend gemeinsam neu gestalten.
Merkwürdig ist deshalb, dass die CDU-Ratsfraktion bereits heute zu wissen scheint, welche Synergien funktionieren und welche nicht – obwohl die entscheidenden Daten erst noch erhoben werden. Der genaue Handlungsbedarf soll mit einem Gutachten festgestellt werden – die CDU fordert aber, dass schon vor Erstellung die Ergebnisse auf den Tisch gelegt werden. Die CDU versucht, Investitionen in Stadtbahn und Kanalsanierung gegeneinander auszuspielen – dabei wird das eine aus dem Haushalt, das andere aus Gebühren finanziert. Im Land arbeiten CDU und Grüne gemeinsam daran, dass rentable Investitionen gar nicht erst auf das zu genehmigende Kreditvolumen von Kommunen angerechnet werden. Vielleicht sollte sie sich bei Ihren Kolleg*innen im Landtag erst einmal informieren.
Die geplante Sanierung bietet die Chance, Kiels Straßenräume ganzheitlich weiterzuentwickeln. Wenn unter der Straße gearbeitet wird, sollte möglichst vieles zusammengedacht werden: Kanal, Straße, Mobilität, Klimaanpassung und Aufenthaltsqualität. Das Substanzerhaltungskonzept liefert dafür die notwendige Grundlage.“
