Wie soll Kiel in 30 Jahren unterwegs sein?
Kiel wächst, die Zahl der Wege nimmt zu und der öffentliche Raum bleibt begrenzt. Deshalb braucht die Stadt eine Verkehrsinfrastruktur, die Menschen zuverlässig bewegt und gleichzeitig Platz für Radverkehr, Fußverkehr, Grün und Aufenthaltsqualität schafft. Die Stadtbahn ist ein zentraler Baustein für dieses Kiel von morgen.
Die CDU-Ratsfraktion will diesen Weg jetzt abbrechen.

„Die CDU schaut auf das Preisschild von heute. Wir schauen auf den Nutzen für Kiel“, sagt Maik-Torben Kristen, mobilitätspolitischer Sprecher der Grünen Ratsfraktion. „Kiel kann es sich nicht leisten, bei der Infrastruktur für die nächsten 30 Jahre den Rotstift anzusetzen. Eine angespannte Haushaltslage verlangt klare Prioritäten. Sie verlangt aber auch den Mut, strategisch zu investieren. Schulen, Feuerwehr, Straßen, Brücken, Kanalisation und Verkehrsinfrastruktur stehen dabei nicht gegeneinander. Sie alle sind Teil einer handlungsfähigen Stadt. Entscheidend ist, welche Investitionen Kiel langfristig voranbringen, welche Fördermittel wir nutzen können und wie sich Projekte sinnvoll miteinander verbinden lassen. Wer bei jeder großen Investition eindimensional nur die Kosten sieht, riskiert am Ende die Zukunftsfähigkeit der Stadt.

Die Stadtbahn ist dabei kein Selbstzweck. Sie ist die Grundlage dafür, das Kiel im Jahr 2050 klimafest, attraktiv und gut verbunden ist. Sie schafft die nötige Kapazität, damit Menschen zuverlässig von Ost nach West und von Nord nach Süd kommen. Wer Kiel gestalten will, muss über die nächste Haushaltsperiode hinausblicken. Nichts wäre schlimmer für die Stadt, als ihr Stillstand nach CDU-Art zu verordnen. Wir übernehmen diese Verantwortung und schauen deshalb genau auf Kosten, Nutzen, Fördermöglichkeiten und Umsetzung. So sorgen wir dafür, dass Kiel auch in Zukunft gut unterwegs ist.“

„Der CDU-Antrag, die Planung der Kieler Stadtbahn ersatzlos zu beenden, greift zu kurz“, erklärt Volkhard Hanns, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion. „Vor allem löst ein Ausstieg aus diesem zentralen Infrastrukturvorhaben die aktuellen Herausforderungen der Landeshauptstadt nicht, sondern verschärft die verkehrlichen und finanziellen Probleme der kommenden Jahrzehnte. Die Stadtbahn ist aus unserer Sicht das zentrale Zukunftsprojekt für eine wachsende Stadt und soll das Rückgrat einer leistungsfähigen, modernen und klimafreundlichen Mobilität bilden.


Natürlich müssen wir angesichts der schwierigen Haushaltslage genau auf die Kosten schauen. Aber ein Stopp der Stadtbahn bedeutet nicht automatisch, dass wir Geld sparen. Auch ein leistungsfähigeres Bussystem braucht erhebliche Investitionen in Fahrzeuge, Personal und Infrastruktur – und stößt auf den Hauptachsen trotzdem an Kapazitätsgrenzen. Mehr Busse auf denselben Straßen bedeuten mehr Stau. Bei vergleichbarem finanziellen Gesamtaufwand kann ein Bussystem auf den Hauptrouten niemals das gleiche Fahrgastaufkommen bewältigen wie die Stadtbahn.

Der CDU-Antrag bietet keine Antworten auf die Mobilitätsbedürfnisse der Kielerinnen und Kieler, sondern kapituliert vor den Gestaltungsaufgaben einer modernen Großstadt. Die SPD-Ratsfraktion setzt sich weiterhin für eine sachliche, verantwortungsbewusste Fortführung des Stadtbahnprojekts ein – mit klarem Blick auf die städtischen Finanzen, aber ohne den verkehrlichen Stillstand zur politischen Strategie zu erklären. Wir begrüßen es ausdrücklich, dass die CDU-geführte Landesregierung weiterhin an unserer Seite ist und das Projekt fördert.“ 

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