Auszeichnung und Auftrag zugleich: Kiel wird zeigen, wie internationale Sportgroßveranstaltungen klimabewusst, inklusiv und mit dauerhaftem Nutzen für die Menschen vor Ort gelingen können.

„Kiel kann Olympia“ – so selbstbewusst wie die Kampagne „JO“, so klar ist jetzt das Votum des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Die Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen begrüßt die Entscheidung des DOSB, mit München und Kiel in das internationale Rennen um Olympische und Paralympische Spiele zu gehen, und freut sich auf die Spiele 2040 oder 2044 in München und Kiel.

Dazu erklären Anke Oetken, Christian Osbar und Daniela Sonders von der Grünen Ratsfraktion: „Wir werden beweisen, dass Olympische Segelwettbewerbe nachhaltig, inklusiv und im Einklang mit den Interessen der Menschen vor Ort umgesetzt werden können, um auch auf internationaler Ebene eine positive Entscheidung herbeizuführen. Wir erwarten uns einen Investitionsbooster für die Stadt. Denn was 1972 die Autobahnanbindung war, das wird 2040 oder 2044 die Stadtbahn sein.

Für die Grünen war die Zustimmung der Bürgerinnen und Bürger von Anfang an Voraussetzung für die Unterstützung der Bewerbung. Mit dem positiven Bürgerentscheid und der heutigen DOSB-Entscheidung ist deutlich geworden, dass große Sportveranstaltungen auf demokratischer Legitimation aufbauen können.

Olympische und Paralympische Spiele dürfen kein Projekt des Gigantismus sein. Der Erfolg dieser Bewerbung wird nicht an Medaillen oder Fernsehbildern gemessen, sondern daran, was dauerhaft für die Menschen bleibt“, so Fraktionsvorsitzende Anke Oetken. Sie nimmt daraus einen konkreten Auftrag mit: „Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt. Wenn Olympische und Paralympische Spiele nach Kiel kommen, muss die Stadt danach besser dastehen als zuvor: mit einem stärkeren Nahverkehr, besseren Bahnverbindungen, mehr Barrierefreiheit, modernen Sportstätten und einem deutlichen Schub für den Wassersport.“

Kiel könne dabei seine Stärken als weltoffene, maritime und vielfältige Stadt einbringen.

Besonders erfreulich sei zudem die Unterstützung aus dem organisierten Sport. Sechs Landesseglerverbände aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen, Bayern und Nordrhein-Westfalen haben sich in den vergangenen Wochen für Kiel als Austragungsort der olympischen Segelwettbewerbe ausgesprochen. Gemeinsam vertreten sie rund drei Viertel der deutschen Seglerinnen und Segler. Als Argumente nennen die Verbände unter anderem das internationale Renommee Kiels, das Olympiazentrum Schilksee, den Bundesstützpunkt des Deutschen Segler-Verbandes sowie die Qualität des Segelreviers.

Christian Osbar, sportpolitischer Sprecher: „Kiel zeigt exemplarisch, dass Segeln nicht nur Spitzen-, sondern auch Breitensport ist. Die Bewerbung ist ein Hebel, um die Sportlandschaft zu unterstützen und weiterzuentwickeln – in sanierten Sportstätten und Projekten wie dem Jugenddorf Falckenstein. Wir werden uns zugleich dafür einsetzen, dass der Segelsport perspektivisch wieder Teil der Paralympischen Spiele wird.“

Als Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Sport von Bündnis 90/Die Grünen sieht Daniela Sonders die deutsche Bewerbung als Chance, neue Maßstäbe zu setzen: „Internationale Sportgroßveranstaltungen werden auch künftig stattfinden. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht das Ob, sondern das Wie. Wenn wir wollen, dass Olympische und Paralympische Spiele demokratisch, nachhaltig und inklusiv organisiert werden, müssen wir bereit sein, selbst Verantwortung zu übernehmen. Kiel hat die Chance zu zeigen, wie das im 21. Jahrhundert gelingen kann.“

Nun beginnt die nächste Etappe: „Wir hoffen, dass München und Kiel auch international den Zuschlag für Olympische und Paralympische Spiele 2040 oder 2044 erhalten.“

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