Am vergangenen Donnerstag hat die Landeshauptstadt Kiel den Sozialbericht 2026 vorgestellt.

Schwerpunkt des diesjährigen Berichtes liegt auf dem Thema Wohnen. Dazu erklärt Karl Stanjek, senior*innenpolitischer Sprecher der Kieler Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:

„Kiel braucht dringend bezahlbaren Wohnraum, umso mehr freuen wir uns, dass der Sozialbericht den Fokus dieses Jahr auf das Thema Wohnen richtet und uns dadurch zeigt, wo wir anpacken müssen.19,6 % der Kieler*innen sind über 65 Jahre – sie machen damit die größte in Kiel lebende Altersgruppe aus. Der Sozialbericht zeigt, dass vor allem für ältere Menschen mit geringem Einkommen die Suche nach einer neuen Wohnung sich als schwierig erweist. Da es zu wenige bezahlbare, altersgerechte Wohnungen gibt, bleiben sie häufig in ihren zu großen oder zu kleinen Wohnungen, weil die zu erwartenden neuen Wohnkosten auf dem Wohnungsmarkt nach einem Umzug erheblich höher lägen als die bisherigen Bestandsmieten. Zudem wollen sie gerne in ihrer vertrauten Wohngegend bleiben, weil sie dort sozial und emotional verankert sind.
Als eine mögliche Lösung zur Schaffung von angemessenem und bezahlbarem Wohnraum nennt der Sozialbericht gemeinwohlorientierte Wohngenossenschaften.
Generell lässt sich feststellen, dass Menschen, egal welcher Altersgruppe sie angehören, dort wohnen wollen, wo sie sich zugehörig und sicher fühlen. Alle wichtigen Anlaufstellen des alltäglichen Lebens, wie Einkaufsmöglichkeiten, medizinische Versorgung und Treffpunkte, sollen bequem und schnell zu erreichen sein. Das zeigt, dass unsere Vision der 15-Minuten-Stadt nicht nur in neu geplanten Quartieren, sondern auch in bereits bestehenden Wohngebieten mitgedacht werden muss.

Leider fehlen im Bericht Strategien und Konzepte, die bei der Vermeidung von Wohnungslosigkeit und Wohnraumvernichtung helfen könnten. Unerwähnt bleibt ebenfalls, dass die Planung von Wohnprojekten in der Verwaltung oft viel zu viel Zeit einnimmt. Dies verzögert das Entstehen von neuen Wohnungen. Wir hätten uns zudem auch gewünscht, dass der Wegfall von Holtenau-Ost und die damit verbundene Flächenkompensation im Bericht thematisiert wird.“

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