Hamburg hat Nein gesagt: Beim gestrigen Olympia-Referendum sprach sich eine Mehrheit der Hamburger Bürger*innen gegen eine Bewerbung der Hansestadt für die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 aus. Dabei hatte Hamburg Kiel als Austragungsort für Segel-, Rugby- und Handballwettbewerbe eingeplant. Der sportpolitische Sprecher der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Christian Osbar, erklärt:
„Das deutliche Nein der Hamburgerinnen und Hamburger ist ein herber Rückschlag für die Sportregion Norddeutschland. Wir haben bis zuletzt auf ein starkes, gemeinsames Signal von Elbe und Förde gehofft. Dieses Ergebnis zeigt aber auch: Große Sportprojekte gewinnen kein Vertrauen, wenn die Menschen vor Ort finanzielle Risiken statt nachhaltiger Chancen sehen.
Für uns in Kiel ändert sich an unserem Auftrag nichts. Unsere Bürgerinnen und Bürger haben im April mit einer überwältigenden Mehrheit von 63,5 Prozent Ja zu Olympia gesagt. Segeln ist in Kiel tief verwurzelt und mit Schilksee verfügen wir über eine bewährte, nachhaltige Infrastruktur. Wir brauchen keine Gigantomanie, denn unsere Verwaltung arbeitet an einem schlüsselfertigen Konzept für grüne Spiele auf dem Wasser.
Der Rückzug Hamburgs darf nicht das Ende der schleswig-holsteinischen Olympia-Ambitionen sein. Ganz im Gegenteil: Die Karten im DOSB-Bewerbungsverfahren werden jetzt neu gemischt. Als Landeshauptstadt Kiel müssen wir nun unverzüglich das Gespräch mit den verbleibenden Bewerbern, die sich noch nicht auf einen Segelstandort festgelegt haben, suchen. Wir sind die Welthauptstadt des Segelsports und müssen unsere Stärken jetzt selbstbewusst auf nationaler Ebene einbringen.
Wir behalten die Chancen einer Olympiabewerbung für den Wirtschaftsstandort Kiel, für nachhaltig genutzten Wohnungsbau sowie eine Stadtbahn im Blick und sind auf Kurs.“
