Holstein-Stadion: Neue Möglichkeiten besser nutzen

Viel Gesprächsbedarf sieht die Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen bei den neuen Planungen für das Holstein-Stadion: „Wenn die Stadt als Bauherr und Betreiber auftritt, dann muss das Stadion nachhaltig und klimaneutral geplant werden“, so der baupolitische Sprecher Arne Stenger. Die Fraktionsvorsitzende Anke Oetken warnt davor, die Kosten aus dem Blick zu verlieren.

In dem neuen Vorschlag, in dem die Landeshauptstadt Betreiberin des Stadions ist und finanzielle Risiken bei Bau und Betrieb trägt, gibt es veränderte Rahmenbedingungen: „Wir Grünen halten an unserer grundsätzlichen Unterstützung eines Stadionneubaus am bestehenden Standort fest. Im Vergleich mit einem Neubau auf der grünen Wiese minimieren wir Flächenversiegelung und ermöglichen im innerstädtischen Umfeld kurze und emissionsarme Anreisemöglichkeiten für die Fans.“

Arne Stenger weist aber auch daraufhin, dass die bisherige Planung auf externen Investoren und Betreibern des Stadions beruhte. Zwar war der städtische Zuschuss (10 Mio. Euro) eingeplant und über den Bebauungsplan wurden auch Vorgaben verankert. Aber weitere finanzielle Risiken im Betrieb oder unerwartete Kostensteigerungen beim Bau hätte der Investor getragen. Deswegen habe die grüne Ratsfraktion auch Kompromisse wie beim Bau des Parkhauses und bei den geplanten Nachhaltigkeitsstandards mitgetragen.

„Wenn die Landeshauptstadt Kiel aber als Bauherr und Betreiber in die Verantwortung tritt, erwarten wir einen klimaneutralen Betrieb und zeitgemäße Konzepte, die die Klimabilanz optimieren und auf nachhaltige Baustoffe und Bautechniken setzen“, macht Arne Stenger deutlich. Und: „Wir müssen die Möglichkeiten nutzen, die das Stadion an den über 300 Tagen ohne Spielbetrieb bietet. Gesellschaftliche und soziale Funktionen können durch die Mehrfachnutzung der Stadionräume erfüllt werden – zum Beispiel mit Räumen für Bürgertreffs, für eine Kita oder ähnliche Konzepte.“

Nach Stengers Überzeugung muss auch die Planung für das Parkhaus angepasst werden: „Wir sollten uns hier auf die wenigen Stellplätze beschränken, die die DFL vorschreibt. Damit sind Funktionen für Übertragungswagen, für Sicherheitskräfte oder Rettungsdienste zu sichern. Stadionnahes Parken für Fans, um längere Fußwege oder Shuttledienste von bestehenden Parkhäusern zu vermeiden, gehören hier sicher nicht dazu.“

Die Fraktionsvorsitzende und finanzpolitische Sprecherin der grünen Ratsfraktion; Anke Oetken, warnt vor explodierenden Kosten: „Auch wenn von einem Finanzdeckel die Rede ist, müssen wir vorher Antworten haben, wie mit Kostensteigerungen in der Bauphase umzugehen ist.  Und auch Szenarien, dass die KSV Holstein wieder Jahre in der 3. Liga erleben muss, was ich mir ausdrücklich nicht wünsche, müssen bei den jährlichen Belastungen der Pachtzahlungen durch den Verein in Betracht gezogen werden.“

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